„Achtung neue Adresse: Die Hausaufgabe ist umgezogen!“ 19.2.15

Am 19. Februar 2015 kamen in Berlin rund 120 Personen zusammen, um sich mit dem Thema Hausaufgaben - Schulaufgaben auseinander zu setzen. Zum Einstieg der Fachtagung zeigte die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Berlin dazu ihren neuen Film "Selten geliebt, oft gehasst".

Link zum Film "Selten geliebt, oft gehasst"

Programm der Fachtagung

Aktuelle Berliner Schulgesetze zum Thema Hausaufgaben

Thematische Einstiegsfragen für Teams

 

Folgende Workshops/ Praxisbeispiele fanden statt (untenstehender Überblick als pdf):

1. „Haus-“aufgaben – eine notwendige Diskussion im Kollegium
Referent: Hans-Jürg Liebert, Bildungsreferent, Rheinland-Pfalz

Ohne eine ehrliche Diskussion und eine Konsensfindung im Kollegium zum Thema „Haus“aufgaben läuft jeder Versuch, dieses Thema nachhaltig in den Griff zu bekommen, ins Leere. Wie aber können und warum müssen Kolleg/innen sich verständigen? Welche Impulse kann man im Kollegium setzen? Wie könnte eine pädagogische Konferenz zum Thema „Haus-“aufgaben aussehen? Welchen Stellenwert hat ein Hausaufgabenkonzept im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklung in der Ganztagsschule? Wie könnten sinnvolle „Haus-“aufgaben aussehen und müssen sie überhaupt sein?

Workshopunterlagen

2. Lernzeiten an der Integrierten Sekundarschule:  Lernbüro, Mittagsband, TÜFF (Trainieren, Üben, Fördern, Fordern)
Referentin: Miriam Pech, Heinz-Brandt-Schule, Pankow

Das Konzept dieser ISS bietet eine Fülle unterschiedlicher Formen der Lernzeit in der Schulzeit: Von Schülerarbeitsstunden unter Anleitung  von Fachlehrern im Mittagsblock über Trainingsaufgaben für Jugendliche, die sich auf Abschlüsse vorbereiten, bis hin zu Gruppenzeiten, Lernbüros und Service Learning. Das Logbuch spielt als Lernbegleitinstrument dabei eine wichtige Rolle.

3. Lernzeiten selbst gestalten - Arbeit im Lernbüro an der Integrierten
Referentin: Ines Dohnke, 1. Gemeinschaftsschule Schöneberg

Am Standort der Gemeinschaftsschule hat sich im Laufe der Jahre viel verändert: die Zeitstruktur, die Materialien, die Lernbegleitinstrumente, die regelmäßig aktualisiert werden und vor allem die Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Ohne Teamarbeit wären diese Veränderungsprozesse nicht möglich gewesen. Sie erfahren in diesem Workshop, wie das Konzept entwickelt wurde, wie das aktuelle Logbuch aussieht, welche Voraussetzungen für gute Arbeit in Lernbüros notwendig sind und welche Vorteile für alle Beteiligten daraus entstehen.

4. Die Entwicklung eines Schul-/Hausaufgabenkonzeptes im Gebundenen Ganztag
Referentin: Christiane Freund, ehemalige Schulleiterin Möwensee-Grundschule, Wedding

Was sind denn tatsächliche Schulaufgaben, die andernorts noch Hausaufgaben sind? Christiane Freund als ehemalige Schulleiterin trägt – auch auf der Basis von Schulgesetz und Grundschulverordnung - zur inhaltlichen Klärung bei. Sie verdeutlicht dies anhand des vom Kollegium der Möwensee-Grundschule entwickelten Konzepts und schildert ihre Erfahrungen in diesem Schulentwicklungsprozess.

5. Wir machen das zusammen: Schulaufgaben mit Kindern und ihren Eltern
Referenten: Maren Loeppke & Mike Menke, Erika-Mann-Grundschule, Wedding

Eltern wünschen sich oft Hausaufgaben, weil sie in ihnen eine der wenigen Möglichkeiten sehen, etwas über die Lernentwicklung ihres Kindes mitzubekommen. Die Erika-Mann-Schule bietet mit ihren Lernzeiten dafür einen verlässlichen Rahmen: Hier können Eltern jeden Tag morgens 30 Minuten Schulaufgaben mitmachen, ihre eigenen und andere Kinder unterstützen und sich aufgrund dieser Erfahrungen direkt mit den Pädagog_innen austauschen: Transparenz für alle möglich!

6. Haus- /Schulaufgaben für Klasse 4-6
Referentin: Maria Jäger, Papageno-Grundschule, Mitte

Die Schüler_innen der Jahrgänge 4 – 6 haben an 3 Tagen der Woche schulinterne Lernzeiten. Dafür öffnet das Team der Papageno-Schule trotz Platzknappheit jeden geeigneten Raum. Die Kinder können in den „Räumen des Wissens“ lernen. Dafür wählen sie zwischen dem Gruppenarbeitsraum und dem Computerkabinett. Und sie teilen sich die Zeit selbständig ein, wann sie die Aufgaben erledigen wollen. Begleitet werden sie durch eine Erzieherin, die auch für das leibliche Wohl sorgt.

7. Schulaufgabenpraxis der Reinhardswald-Schule
Referenten: Karin Jansen & Bernd Schwenzer, Reinhardswald-Schule, Kreuzberg

Eine umfangreiche Fragebogenaktion aller Beteiligten (Kinder, Eltern, Pädagog_innen) war der Einstieg in das Thema an dieser Schule. Auf dieser Grundlage der Ergebnisse, die auch wissenschaftlich ausgewertet wurden, entstand das aktuelle Schulaufgaben-Konzept. Das übertraf die Erwartungen der Erwachsenen, die diese Befragung geplant hatten. Die Reinhardswald-Schule stellt ihren Entwicklungsprozess - mit Höhen und Tiefen - vor.

8. Lernzeiten im Gebundenen Ganztag: Lernwege und Lernbegleitinstrumente
Referentinnen: Eddy Gefeller & Alexandra Wolfframm, 1. Gemeinschaftsschule Reinickendorf, Campus Hannah Höch

Das Team der Hannah Höch stellt seine Ideen für jahrgangsübergreifende Lernzeiten an der gebundenen Ganztagsschule ausführlich vor. Das Augenmerk richtet sich für Klasse 1-3 auf die Lernwege der Schüler_innen, die Lernbegleitinstrumente sowie ein altersgerechtes Logbuch. In den Jahrgängen 4-6 steht die Teamarbeit von Erzieher_in und Lehrer_in als Basis für eine gemeinsame Planung im Zentrum.